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Kontinuität des guten Musizierens

Den unvergesslichen Abend, den das Sarajewo-Publikum genossen hat, brachte in bestimmten Teilen des Programms zum Höhepunkt der Begeisterung auch die Sopranistin Brigitta Simon aus Ungarn (…) mit einer soliden musikalischen Tugend und einer mächtigen Wirkung an Szene, durch die sie das Massenpublikum erobert.”

Kulturbeilage, Pobjeda, Titelseite, Fortsetz. S. 6, 22.2.2014

Gradimir Gojer

 

Kontinuität des guten Musizierens

 

Konzert des Montenegrinischen Symphonieorchesters im Rahmen des Kunstprogrammes von Sarajewo Winter 2014 Das Montenegrinische Symphonieorchester war auf Grund einer großen künstlerischen und internationalen Aktion wieder (!!!) zu Gast in Sarajewo. Diesmal war es die Beteiligung am Programm des unzerbrechlichen, 30. in der Reihe, Festivals „Sarajewo Winter“ – also im Rahmen seiner Jubiläums-Saison. Es ist ein Volltreffer, insbesondere für den neuen österreichischen Botschafter, der seinen Start in Sarajewo mit guten (musikalischen) Vibrationen veranstaltete… Am Programm waren Werke von Johann Strauß dem Jüngeren, Eduard Wagnes, Karl Michael Ziehrer, Josef Strauß, Emmerich Kalman, Dionisius de Sarna San Giorgia, Nico Dostal und Franz Lehar. Andere schreiben: aus Oslobođenje (Bosnien und Herzegowina)

 

Ein unvergesslicher Abend

Für eine seriöse Programmgestaltung ist hauptsächlich dem Maestro Uwe Theimer zu danken, der mit zahlreichen Orchestren der Welt zusammenarbeitet – so auch mit dem montenegrinischen Philharmonie Orchester des Musikzentrums Montenegros aus Podgorica, geleitet vom autoritativen und außerordentlich ehrgeizigen Žarko Mirković. Größtenteils waren es Polkas, Walzer und passende Stücke, berühmter fürs Ohr angenehmer Operetten, die im großen (und gut besetzten) Saal des Nationaltheaters in Sarajewo aufgeführt wurden. An diesen Abend werde ich mich Dank zwei Künstlern immer gern erinnern: vor allem Maestro Uwe Theimer, der die montenegrinischen Philharmoniker mit seiner erfahrenen Hand eines Weltmeisters und eines feinen Kenners aller Geheimnisse von Perlen österreichischer Musik betreute. Gleich viel so wert, wenn auch nicht um eine Spur mehr, ist der Konzertmeister Nandor Szederkenyi, ein Geigenvirtuose und der eigentliche Leader des Ensembles des montenegrinischen Philharmonie Orchesters. Ansonsten bin ich vom durchschnittlichen Alter der montenegrinischen Philharmoniker begeistert und sie erinnerten mich an ein anderes Konzert auch europäischer Musik im Rahmen von „Sarajewo Winter“, als vor ein paar Jahren im gleichen Saal die europäisch relevante aber unangemessen junge (im Sinne des Alters ihrer MusikerInnen) Belgrader Philharmonie, damals geleitet (und in einer solchen Zusammensetzung geschaffen) vom aktuellen Kulturminister Serbiens Ivan Tasovac auftrat.

Den unvergesslichen Abend, den das Sarajewo-Publikum genossen hat, brachte in bestimmten Teilen des Programms zum Höhepunkt der Begeisterung auch die Sopranistin Brigitta Simon aus Ungarn, mit ihren nicht großen Möglichkeiten des Stimmcharakters, aber mit einer soliden musikalischen Tugend und einer mächtigen Wirkung an Szene, durch die sie das Massenpublikum erobert.

Schade, dass der hervorragende legendäre, und sonst angekündigte Sarajewoer Bass und der erste Mann der Sarajewoer Oper, Ivica Šarić, wegen Krankheit nicht auftrat. Es war nicht leicht, für seine Abwesenheit wegen Krankheit einen Ersatz zu schaffen.

 

„Als ich nach Bentbaša ging“

Der Abend hatte, zumindest für den Autor dieser Zeilen, zwei Höhepunkte: die tadellose Orchesteraufführung der Ouvertüre aus der ersten montenegrinischen Oper „Balkan-Zarin“ und die geschickt arrangierte Orchesteraufführung des Sevdalinka- Liedes „Kad ja pođoh na Bentbašu“. Dieses Konzert, das die Kunstschaffenden aus Österreich, Ungarn und Montenegro verband, hatte auch seinen humanitären Rahmen, durch den die Sarajewoer Kinder mit Sonderbedürfnissen unterstützt wurden. Vor dem Publikum im Saal des Sarajewoer Nationaltheaters hatte das Publikum in montenegrinischen Städten Podgorica und Tivat die Gelegenheit, das gleiche Konzert zu „hedonisieren“ und zu genießen.

Das anspruchsvolle Konzertpublikum in Sarajewo hat sich durch die Besuche von Musikern des montenegrinischen Musikzentrums, bzw. seines Philharmonie Orchesters an eine hohe Qualität und Erstklassigkeit gewöhnt. Vielen Dank dem Botschafter Montenegros Đurović für die Stärkung von Verhältnissen zwischen „Sarajewo Winter“ und dieser Kunstkörperschaft, die durch ihre Kontinuität erstklassigen Musizierens ein echter Kultur- und Kunstbrand des gegenwärtigen Montenegros geworden ist.